Der PEN-Leiter war jahrzehntelang ein zentrales Element vieler älterer Elektroinstallationen. Als kombinierter Schutz- und Neutralleiter diente er im TN-C-System dazu, leitende Gehäuse zu erden und gleichzeitig Rückleiter für Betriebsströme zu sein. Heute spielt er vor allem in Bestandsanlagen eine Rolle. In neuen Gebäudeinstallationen wird der PEN-Leiter nicht mehr innerhalb von Verteilungen oder Endstromkreisen weitergeführt. Stattdessen erfolgt die Auftrennung an einem klar definierten Punkt, und ab dort setzt die Installation konsequent auf getrennte Schutz- und Neutralleiter gemäß TN-S-System.
Der wichtigste Grund für die Ablösung innerhalb der Gebäudeinstallation liegt im Sicherheitsrisiko, das ein unterbrochener PEN-Leiter erzeugt. Wenn dieser eine Leiter beschädigt wird, fehlt gleichzeitig der Schutzleiter und der Neutralleiter. Gerätegehäuse können dadurch das volle Potenzial eines Außenleiters annehmen. Es entsteht Lebensgefahr, bevor eine Sicherung auslöst.
Moderne Normen wie die DIN VDE 0100 verlangen deshalb, dass die Schutzfunktion klar priorisiert wird und der kombinierte Leiter nicht mehr innerhalb der Gebäudestruktur eingesetzt wird. Zusätzlich führen vagabundierende Ströme und elektromagnetische Störungen insbesondere in IT-lastigen Gebäuden zu weiteren Problemen, wenn ein PEN-Leiter weitergeführt wird.
Auch die Erweiterung bestehender Installationen wird kompliziert, weil die Auftrennung des PEN-Leiters nur an einer Stelle erfolgen darf. Sobald diese Auftrennung vorgenommen wurde, darfst du PE und N nicht wieder verbinden. Moderne Fehlerstromschutzschalter benötigen zudem zwingend getrennte Leiter, weshalb ein PEN-Leiter hinter einem RCD unzulässig ist.
Für die Dokumentation in Bestandsanlagen hilft dir der rcEditor, weil du die Trennstelle zwischen TN-C und TN-S klar kennzeichnest. Du markierst den kombinierten PEN-Leiter, zeigst den Übergangspunkt an und dokumentierst die einzelnen Leiterwege revisionssicher. Dadurch entsteht ein verständlicher Plan, der die Realität der Anlage präzise abbildet.
Das größte Problem des PEN-Leiters liegt in der fehlenden Redundanz. Jede Unterbrechung führt zu einem Spannungsanstieg auf Gehäusen angeschlossener Geräte. Moderne Installationssysteme reduzieren dieses Risiko, indem sie PE und N strikt trennen. Das verbessert die Betriebssicherheit und erleichtert die Absicherung durch RCDs.
Die Normen zur Farbkennzeichnung verdeutlichen ebenfalls die Priorität der Schutzfunktion. Ein PEN-Leiter muss grün-gelb sein und darf nur an den Enden eine zusätzliche blaue Markierung tragen. Durchgehend blaue Leiter sind für den Neutralleiter reserviert. Diese klare Trennung verhindert Verwechslungen und erleichtert die Fehlersuche.
In Neubauten fordert die Norm eine klare Trennung der Leiter ab dem definierten Auftrennpunkt, damit die gesamte Installation innerhalb des Gebäudes als TN-S-System geführt werden kann. Das verbessert nicht nur die Sicherheit, sondern auch die elektromagnetische Verträglichkeit. Besonders in IT-Umgebungen spielen vagabundierende Ströme und EMV-Probleme eine Rolle, weshalb PEN-Leiter dort nicht weitergeführt werden.
Die Ablösung des PEN-Leiters innerhalb des Gebäudes erfolgt also nicht aus Tradition, sondern aufgrund technischer Notwendigkeit. Gerade bei der Erweiterung von Altanlagen hilft der rcEditor dabei, die vorhandene Struktur sauber zu dokumentieren, Fehlerquellen sichtbar zu machen und die Einhaltung der VDE-Vorgaben nachvollziehbar darzustellen.
Die folgenden Normen und Organisationen bilden die Basis für die korrekte und sichere Elektroplanung in Deutschland und international.
Jede Norm regelt einen kritischen Aspekt des PEN-Leiters: