Kabeltypen in der Elektroinstallation

Bei der Elektroplanung spielt die Wahl der richtigen elektrischen Kabel eine zentrale Rolle. Damit Deine Installation sicher, normgerecht und effizient ist, findest Du hier die wichtigsten Kabeltypen nach DIN VDE – mit Beschreibung, Aufbau und Anwendung. Diese Kabeltypen kommen unter anderem häufig in der Haus- und Gebäudeinstallation sowie in der Kommunikationstechnik zum Einsatz.

Alle genannten Typen kannst Du direkt im rcEditor auswählen und einsetzen. So ist auch das Finden des richtigen Kabeltyps ganz leicht.

Kabelbezeichnung nach DIN VDE

Die DIN VDE Normen regeln die einheitliche Kabelbezeichnung. Sie geben Dir sofort Auskunft über:

  • Anzahl der Adern,

  • Querschnitt,

  • Isolierung und Mantel,

  • sowie die harmonisierte Kennzeichnung.

So erkennst Du sofort, ob das Kabel für die Bestimmung Deiner Installation geeignet ist.

Beispiel für eine Kabelbezeichnung nach DIN VDE

für die Kabelbezeichnung „NYM-J 3×1,5“

  • NYM ist die Normenleitung mit PVC-Isolierung und Mantel

  • J bedeutet „mit Schutzleiter (grün/gelb)“

  • 3 ist die Anzahl der Adern

  • 1,5 ist der Querschnitt der Adern in mm²

→ Dieses Kabel ist der Standard in der Hausinstallation; Du nutzt es für Steckdosen- und Lichtkreise unter Putz.

Harmonisierte Leitung & Kennzeichnung

Neben den deutschen Normen nach DIN VDE gibt es europaweit die harmonisierte Leitung mit einheitlicher Kennzeichnung. Diese Codes stellen sicher, dass Kabeltypen unterschiedlicher Hersteller vergleichbar sind und die gleichen Anforderungen erfüllen.

→ Das ist besonders wichtig, wenn Du Kabel in Projekten einsetzt, die internationale Standards erfüllen müssen – zum Beispiel bei Netzwerkinstallationen oder in der Gebäudeautomation.

Elektrische Schaltgeräte auf Schaltplan
Kabeltypen im rcEditor

Aufbau und Bestandteile von elektrischen Kabeln

Ein Kabel besteht typischerweise aus:

  • Leiter (Kupfer oder Aluminium),

  • Isolierung,

  • Kunststoffmantel oder Spezial-Mantelwerkstoff (z. B. Polyurethan, Polyamid oder Silikonkautschuk).

Je nach Einsatz unterscheidet man bei der Leitung – also, ob Rundleitung und Flachleitung. Der Aufbau entscheidet über Belastbarkeit, Flexibilität und Eignung für die Verlegung – insbesondere unter dem Putz oder im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung.

Typen & ihre Verwendung in der Elektroinstallation

In der Praxis kommen unterschiedliche Kabeltypen zum Einsatz:

  • NYM-J Kabel → Standard für Steckdosen, Licht & Küche.

  • J-Y(St)Y Kabel → Steuer- und Kommunikationsleitungen.

  • AWG23 Kabel → Netzwerkkabel für Ethernet.

  • EIB-Y(St)Y Kabel → KNX-Busleitung für Smart Home.

Die richtige Wahl hängt von der benötigten Stromstärke, der mechanischen Beanspruchung und der Verlegeart ab.

Nennspannung & mechanische Beanspruchung

Jeder Kabeltyp ist für eine bestimmte Nennspannung ausgelegt – sie gibt an, wie viel Spannung das Kabel sicher übertragen kann. Zusätzlich muss ein Kabel robust genug sein, um bei hoher Belastung durch Zug, Druck oder Biegung zuverlässig zu funktionieren. Deshalb unterscheiden sich die Kabeltypen nicht nur im Querschnitt und in der Aderzahl, sondern auch in ihrer Widerstandsfähigkeit.

Mantel & Mantelwerkstoff – Schutzfunktion

Der Mantelwerkstoff ist ein entscheidendes Merkmal bei der Auswahl des Kabeltyps. Er schützt die Leitung vor Umwelteinflüssen und bestimmt, wie widerstandsfähig ein Kabel im Alltag ist:

  • Polyurethan → flexibel, beständig gegen Chemikalien.

  • Polyamid → widerstandsfähig bei hoher mechanischer Beanspruchung.

  • Silikonkautschuk → temperaturbeständig.

  • Kunststoffmantel (PVC) → Standard für viele Anwendungen.

Die richtige Auswahl sorgt für Sicherheit bei der Kombination aus Feuchtigkeit, Wärme oder direkter Sonneneinstrahlung. Ein NYM-J Kabel ist beispielsweise mit seinem PVC-Mantel ideal für Installationen im Haus, während ein Erdkabel durch seinen verstärkten Mantel für die Verlegung im Boden geeignet ist.

Wer dagegen ein Kabel in einer Umgebung mit direkter Sonneneinstrahlung oder hoher Wärmebelastung einsetzen möchte, greift besser zu speziellen Leitungen mit Polyurethan- oder Silikon-Mantel.

Spezialisierten Kabeltypen: Erd- und Flachleitungen -Unterschiede & Einsatz

Diese Kabeltypen werden nicht für die Standard-Verlegung in Kabelkanälen genutzt, sondern haben besondere Bestimmungen:

  • Erdkabel: für die Verlegung im Erdreich, besonders robust. → Für den Außenbereich; sehr robust und gegen Feuchtigkeit sowie mechanische Beanspruchung geschützt.

  • Flachleitung: platzsparend, ideal für die Installation unter Putz oder hinter Verkleidungen. → Für den Innenbereich; platzsparend und flexibel.

Überblick über die wichtigsten Kabeltypen im Detail

1. NYM-J Kabel

Das NYM-J Kabel ist ein häufig verwendetes Installationskabel in der Elektroinstallation. Es ist für die Verlegung in trockenen, feuchten und nassen Räumen sowie im Mauerwerk geeignet, jedoch nicht im Erdreich.

Bei einem NYM-Kabel handelt es sich um eine Installationsleitung, die durch die Kurzzeichen N, Y und M beschrieben wird. N steht dabei für eine Normenleitung, Y bezeichnet die Isolierung der Adern aus PVC, und M steht für eine Mantelleitung. Manchmal sieht man auch die Bezeichnung NYM-J. Dabei bezeichnet der Zusatz J den zusätzlichen Schutzleiter. Anhand der Kurzbezeichnung kann man sofort erkennen, um welche Art von Kabel es sich handelt.

  • NYM-J 3×1,5: Für die Standard-Stromversorgung von Steckdosen und Licht.
  • NYM-J 5×1,5: Wird oft für Schaltungen mit mehreren Leitern (z. B. für Wechselschaltungen) verwendet.
  • NYM-J 3×2,5: Für Steckdosenkreise, bei denen höhere Lasten anfallen (z. B. Küche).
  • NYM-J 5×2,5: Oft für Drehstromanwendungen verwendet, z. B. für den Anschluss von Elektroherden.
  • NYM-J 5×4 / 5×6 / 5×10 / 5×16: Diese Kabel werden für größere Lasten, wie z. B. in der Industrie oder für Hausanschlüsse, verwendet. Der Querschnitt gibt an, wie viel Strom das Kabel sicher führen kann.

2. J-Y(St)Y Kabel

Das J-Y(St)Y Kabel ist ein Steuer- und Kommunikationskabel, das für Telefonanlagen, Türsprechanlagen und andere Steuerleitungen verwendet wird. Es ist meist abgeschirmt, um elektromagnetische Störungen zu vermeiden.

  • J-Y(St)Y 2x2x0,8: Für Steuer- und Kommunikationsanwendungen mit zwei Adernpaaren.
  • J-Y(St)Y 2x2x0,6: Ähnlich wie das obige, aber mit dünnerem Querschnitt.
  • J-Y(St)Y 4x2x0,8: Für Anwendungen, bei denen mehr Verbindungen erforderlich sind.
  • J-Y(St)Y 4x2x0,6: Variante mit dünnerem Querschnitt, für weniger belastete Verbindungen.

3. AWG23

AWG (American Wire Gauge) gibt den Drahtdurchmesser in der amerikanischen Norm an. Kabel mit einem Querschnitt von AWG23 werden häufig in Netzwerkinstallationen für Ethernet-Verkabelungen verwendet.

  • 4x2xAWG23/1: Ein typisches Netzwerkkabel, das vier Aderpaare enthält und für Gigabit-Ethernet und ähnliche Anwendungen genutzt wird.

4. EIB-Y(St)Y Kabel

Dieses Kabel ist für die KNX- oder EIB-Bus-Installation (European Installation Bus) geeignet, die in Smart-Home-Installationen und Gebäudesteuerungssystemen verwendet wird.

  • EIB-Y(St)Y 2x2x0,8: Das Bus-Kabel für KNX-Anlagen. Es wird verwendet, um Geräte wie Schalter, Sensoren und Steuerungen im Smart Home zu vernetzen.

Standard-Kabeltypen – alle im rcEditor verfügbar

Die wichtigsten Kabeltypen wie NYM-J, J-Y(St)Y, AWG23 und EIB-Y(St)Y bilden die Grundlage jeder Elektroinstallation – von der Stromversorgung über Steuer- und Kommunikationsleitungen bis hin zur Gebäudeautomation.

👉 Im rcEditor findest Du sie alle bereits hinterlegt, mit richtiger Kabelbezeichnung, Nennspannung und Aufbau. So fügst Du sie mit wenigen Klicks in Deinen Elektroplan ein – schnell, normgerecht und fehlerfrei.

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